Samstag, 18. Mai 2013

[Am Rande] Harry Potter und ich...

Gefunden bei Nina und sofort mitgenommen.

01. Deine Harry-Potter-Geschichte, deine erste Begegnung mit Harry Potter?
Das ist schon eine ganze Weile her... An mir ging ja der gerade beginnende Harry Potter-Hype zunächst total vorbei. Bis meine Cousine mir von diesem Zauberschüler vorschwärmte, Band 1 in die Hand drückte und mich in diese Welt eintauchen ließ - blöd für meine Cousine, denn wir sehen uns nur so selten und dann war ich von diesem Buch gefesselt, aber toll für mich: Kaum war ich wieder Zuhause, kaufte ich mir Band 1-3 von meinem Taschengeld und freute mich, dass kurz nach Abschluss von Nummero 3 auch schon der 4. Band in den Buchladen meines Vertrauens kam.
02. Hast du alle Bücher gelesen/Filme gesehen?
Na klaro! 1-4 auf deutsch, 5-7 dann immer zum Erscheinungstermin auf englisch. Mittlerweile stehen alle Bände jeweils auf deutsch und englisch bei uns im Regal, alle mehrmals gelesen.
03. Wenn du sie gelesen hast – bevor du den Film geguckt hast, oder danach?
Immer vor den Filmen, die Verfilmungen gab es ja schließlich erst viel später...;-)
04. Dein liebster HP Band/Film? Und schlechtester?

Mittwoch, 15. Mai 2013

[52/20] Hut

Ich finde ja, es sollte viel mehr Hut getragen werden...


Wie das die übrigen Projekt-Teilnehmer so sehen? Schaut doch einmal hier: 20.

Montag, 13. Mai 2013

Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde

Grace hat den ultimativen Plan für ihr Leben: Sie hat einen sicheren Job als Lektorin in einem Schulbuchverlag, sie ist schon lange mit ihrem Freund zusammen und wird ihn bald heiraten, sie hat sich einen stabilen Freundeskreis aufgebaut und auch wenn ihr Verhältnis zu ihren geschiedenen Eltern schwierig ist, fühlt sie sich auch familiär betrachtet ganz wohl so wie es ist. Doch dann taucht unverhofft dieser Typ auf, der die Hunde ihrer Nachbarn ausführt: Tyler Wilkie - ein junger Musiker, der frisch nach New York gezogen ist, um hier den großen Durchbruch zu schaffen. Zunächst hilft Grace dem charmant-verpeilten Gitarristen mit der unfassbar schönen Stimme ja noch gern im Alltagschaos einer Metropole dabei, Anschluss zu finden. Aber dieser Kerl hat etwas an sich, das eine Saite in Grace zum Klingen bringt, der sie so gar nicht lauschen möchte. Und dann schreibt er auch noch diese unglaublich schönen Songs, in denen sie die Hauptrolle zu spielen scheint.

Natürlich kommt es, wie es kommen muss: Graces Leben wird gewaltig auf den Kopf gestellt und ihren Plan kann sie sich gehörig abschminken. Dabei tut sie tatsächlich alles dafür, dass es eben nicht auf das scheinbar Unvermeidliche hinaus läuft: Eine Beziehung mit dem immer bekannter werdenden Rockstar Tyler Wilkie, denn wer möchte schon das Anhängsel eines allseits umworbenen Promis sein, der sich vor Groupies kaum noch retten kann? Und auch wenn Grace nicht mit ihrem Freund zusammen bleibt, so schmiedet sie eifrig neue Pläne, wie ihr Leben stattdessen aussehen soll. Nur Tyler, den will sie partout nicht mit einbeziehen, obwohl sie bald einen mehr als triftigen Grund aufzuweisen hat, weshalb sie ihn wenigstens mal anrufen sollte.

Shelle Sumners Roman bietet leichte Lektüre für Zwischendurch, macht einfach gute Laune und zaubert immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Ich-Erzählerin Grace berichtet aus ihrem Leben, ihrem Alltag und lässt den Leser, oder in meinem Falle den Hörer, an ihrem Gedankenchaos teilhaben, das man nicht immer so ganz nachvollziehen kann, wenn man die Geschichte als Außenstehender betrachtet, denn mal ehrlich: Wie viele Hinweise benötigt diese Frau eigentlich noch, um endlich zu begreifen, dass sie Tyler wirklich am Herzen liegt und sie für ihn nicht nur ein kurzes Abenteuer darstellt? Bis zu dieser Einsicht vergehen einige sprachlose Monate, in denen Grace eben ohne ihn eifrig weiter Pläne schmiedet, doch frei nach John Lennon passiert das Leben ja genau dann. In diesem Falle ist es weniger das Leben, als viel mehr eine Horde von Menschen, die nur das Beste für Grace will und tatsächlich die erhoffte Wendung anstößt. Aber mehr möchte ich nicht verraten, um ein paar Überraschungen offen zu halten, die dieser Roman durchaus zu bieten hat - und das finde ich das schöne an dieser Geschichte: So sehr sie vorhersehbar erscheint, so unerwartet und humorvoll kommen einige Wendungen daher. Wendungen, denen sich auch die störrische Grace einfach nicht entziehen kann. Dafür wird sie auch mit dem schönsten Happy End belohnt, das sie sich wünschen kann.

Noch ein paar Worte zur Hörbuch-Fassung, gelesen von Anna Carlsson: Gerade als Hörbuch hat mir diese Geschichte viel Spaß gemacht und einige Abende versüßt. Die durchaus bekannte Stimme von Anna Carlsson passt einfach zu diesem Roman. Insbesondere den Dialogen hat sie eine tolle Dynamik geboten, hier bekam die Geschichte richtig Leben, was wohl mit dazu beigetragen hat, dass mich dieses Hörbuch besonders zu unterhalten wusste. Einzig in Passagen, die länger ohne wörtliche Rede auskamen, fand ich die Leseweise eher irritierend, denn Haupt- und Nebensätze wurden für meinen Geschmack zu sehr akustisch voneinander getrennt - und das nun gerade bei Sumners' Schreibweise, die gern mit Schachtelsätzen arbeitet.

Alles in allem eine runde Sache, ein schöner Roman bzw. ein schönes Hörbuch für Zwischendurch - für Verträumte, für Musikliebhaber und für Liebhaber von Geschichten, wie sie nur das Leben schreiben kann.

Fazit: 4 Sterne!

Shelle Sumners, gelesen von Anna Carlsson: Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde. ISBN: 978-3839812327

Für dieses liebevolle Hörbuch bedanke ich mich ganz herzlich bei Blogg dein Buch und dem Argon Verlag. Hier könnt ihr das Hörbuch direkt herunterladen.

Mittwoch, 8. Mai 2013

[52/19] Zu Fuß

Bergwandern gehört zu einem meiner liebsten Hobbies. Umso mehr freue ich mich schon darauf, in wenigen Tagen in die Alpen zu ziehen. Dann gibt's auch endlich wieder kleine Bergtouren, mit dem Sohnemann in der Kraxe. Bis dahin ist es aber noch etwas hin, deswegen muss für heute ein Griff ins Archiv genügen, denn kaum ein Fußmarsch macht stolzer, als mehrere hundert Höhenmeter zu Fuß bewältigt zu haben.


Die anderen Projekt-Beiträge findet ihr wie immer hier: 19.

Montag, 6. Mai 2013

Terry und Mikesch. Tierische Geschichten

Gut, dass Max' Papa so viel für die Phantasie seines Sohnes übrig hat. Und gut, dass Max so ein aufmerksamer Tierfreund ist. Sonst gäbe es dieses kleine Büchlein nämlich gar nicht. Artus Greifhand hat hierin nämlich all die Erlebnisse von Terry und Mikesch aufgeschrieben, so wie sein Sohn Max sie ihm erzählt hat. Wer Terry und Mikesch sind? Das sind zwei ganz gewöhnliche Haustiere - der Westhighland Terrier Terry und der Hauskater Mikesch. Sie wohnen in einem ganz gewöhnlichen Haus bei einer ganz gewöhnlichen Familie - der von Max, seiner Mama und seinem Papa Artus. Aber eines ist hier eben doch nicht ganz so gewöhnlich, immerhin werden ja nicht in jeder Familie die Abenteuer mit den liebsten Haustieren der Deutschen in Schrift und Bild festgehalten, oder?

Was Max mit seinen zwei besten, vierbeinigen Freunden so alles erlebt, könnte sich so in jedem anderen Haus auch abgespielt haben, und gerade das macht diese Geschichten für Selberleser und Zuhörer ab sechs Jahren so wundervoll, greifen sie doch alle möglichen bekannten Elemente aus dem eigenen Alltag auf. Und doch gehen Max' Schilderungen noch ein Stückchen weiter, denn er versteht, was seine beiden Haustiere sich so denken bei all dem Schabernack, den sie über das Jahr so treiben. Denn auch wenn beim Sommerausflug an den See Max' Paddelboot dran glauben muss, weil Terry seine Krallen in das Gummi geschlagen hat, so weiß Max, dass Terry das nicht aus böser Absicht tut, sondern weil er mit seinem besten Freund gemeinsam über den See paddeln möchte. Und wenn Mikesch sich nachts mit all den anderen Katzen in der Nachbarschaft trifft und sie bei ihrer Versammlung so laut maunzen, dass die halbe Nachbarschaft kein Auge zu tun kann, so weiß Max, dass die Katzen sich über ihre Erlebnisse und Sorgen austauschen und einen Plan aushecken, wie sie endlich die "Maus, die hinter dem Busch wohnt" fangen können.

Sprachlich leicht verständlich und in kurzen, überschaubaren Kapiteln geschrieben, ist den oft spannenden und lustigen Geschichten gut zu folgen. Am Anfang jedes Kapitels steht zudem ein Bild, das den Inhalt des folgenden Kapitels darstellt. Mir haben diese Bilder vor allem deshalb so gut gefallen, weil man ihnen ansieht, dass sie per Hand gezeichnet wurden.
So vieles gibt es für Terry und Mikesch zu erleben und erzählen, wie gut, dass Max ihren Geschichten nicht nur ein Ohr schenkt, sondern seinen Papa dazu überredet hat, sie auch für all die anderen Kinder aufzuschreiben, die Tiere gern haben - egal ob sie nun Max heißen, oder nicht, denn wer sagt eigentlich, dass nur Kinder namens Max eine besonders blühende Phantasie haben?

Fazit: 3 Sterne!

Artus Greifhand: Terry und Mikesch. Tierische Geschichten. ISBN: 9-783987-5847-0-7

Mittwoch, 1. Mai 2013

[52/18] Alltagshelden


Seht hier die Alltagshelden der übrigen Projekt-Teilnehmer: 18.

Montag, 29. April 2013

Oxford 7

In einer nicht allzu fernen Zukunft haben die Menschen ihr Leben auf das Universum ausgedehnt. Auf verschiedenen Raumstationen führen die reichen Eliten ein Leben in Luxus, in Abgeschiedenheit, unter ihresgleichen. Auch on Earth gibt es noch wohlhabendere Regionen, aber es ist alles so verdammt teuer geworden. Die Menschen tragen Chips unter ihrer Haut, über die sie von den Krankenkassen überwacht werden können - minutiös kann so nachvollzogen werden, wie es um die Blutwerte steht, ob das letzte Schlückchen Alkohol vielleicht schon zu viel war, und überhaupt ist über den Krankenversicherungs-Tarif festgelegt, bis zu welchem Risiko man gehen kann: Darf ich auch mal ungesund essen, darf ich auch mal ein Gläschen Alkohol mehr trinken? Frei nach dem Motto: Zeige mir deine Versicherungspolice und ich nenne dir deinen maximal erlaubten Cholesterin-Wert. Doch die subkutanen Chips ermöglichen noch so viel mehr - sie dienen als Zahlungsmittel, senden GPS-Signale aus und besiegeln somit den gläsernen Menschen. Sehr praktisch ist auch, dass Strafgebühren direkt auf die Chips gebucht werden können - die verteilt nämlich Uni-Direktorin Deckart auf Oxford 7 gerade zu Hauf, um den immer lauter werdenden Studentenunruhen Herr zu werden...

Nicht alle Studenten auf Oxford 7 wollen sich nämlich auf die rein technische Welt einlassen. Sie wollen sich nicht weiter vorschreiben lassen, keine Musik aus der Prä-Computer-Zeit mehr zu hören, sie wollen es sich nicht verbieten lassen, Paraffin-Kerzen zu benutzen, sie wollen nach Lust und Laune Parties feiern und vor allem wollen sie nicht ständig kontrolliert werden, sondern erfahren, was es heißt, frei zu sein. Professor Palaiopoulous, von Beginn an System-Kritiker, bringt so dann eine ganze Bewegung ins Rollen, doch die Demonstrationen dienen eigentlich nur dem Zweck, zu vertuschen, was sich tatsächlich im Hintergrund abspielt, denn eine kleine Gruppe ausgewählter Studenten reist illegal on Earth, um in Barcelona, auf den Ramblas, den Systemfeind Nummer 1 zu treffen. Er nennt sich Franz von Assisi und Palaiopoulous kennt ihn noch aus Jugendzeiten. Ob sie das System gemeinsam zu Fall bringen?

Tussets Vision der Welt in knapp hundert Jahren scheint so abwegig gar nicht zu sein - der Finanzkrise unserer Zeit lässt er den Beginn einer hochtechnisierten und rein Technik-gläubigen Welt folgen, die wohl den schlimmsten Alpträumen heutiger Datenschutz-Kämpfer nahe kommt. Keine Minute ohne Überwachung, ohne Programmierung, ohne System - daraus will die Jugend ausbrechen, das System stürzen; wie es dem Vorrecht der Jugend entspricht, ihre Vorgänger-Generationen zu hinterfragen, zu kritisieren, herauszufordern. Abwechselnd begleitet der Leser die Jugendlichen auf ihrer Mission nach Barcelona und lauscht den Handlungen der Direktorin, ihren internen Besprechungen und ihren Debatten mit Professor Palaiopoulous. Wer dafür offen ist, findet inbesondere in diesen viele interessante Denkanstöße über die Gestaltung einer Gesellschaft, eines politischen Systems, über die Grundauffassungen von Freiheit und Wohlstand.

In einem (für mich eher) düsteren Zukunftsszenario versteht es Tusset, seine Geschichte stets auch mit einem Augenzwinkern zu erzählen - insbesondere durch die Figur des Raumschiff-Kapitäns Rick - und doch die Frage aufzuwerfen, in welcher Welt wir leben wollen, wie wir sie aktiv gestalten können und wie groß unser Handlungsrahmen auf der Mission Weltverbesserung tatsächlich sein kann.

Fazit: 4 Sterne!

Pablo Tusset: Oxford 7. ISBN: 978-3-627-00191-9